Avodah Zarah 128

Kapitel 128

א תניא נמי הכי בד"א שירשו אבל נשתתפו אסור
1 Ebenso wird auch gelehrt: Dies gilt nur von Erben, sind es aber Teilhaber, so ist es verboten.
ב הדור יתבו וקמיבעיא להו גר תושב מהו שיבטל עבודת כוכבים דפלח מבטיל דלא פלח לא מבטיל או דלמא כל דבר מיני' מבטיל והאי בר מיניה הוא
2 Hierauf warfen sie folgende Frage auf: Kann ein Beisaßproselyt einen Götzen entheiligen: kann ihn nur derjenige entheiligen, der ihn anbetet, nicht aber, der ihn nicht anbetet, oder kann ihn jeder, der zu ihnen gehört, entheiligen, und dieser gehört ebenfalls zu ihnen?
ג אמר להו רב נחמן מסתברא דפלח מבטיל דלא פלח לא מבטיל
3 R. Naḥman sprach zu ihnen: Es ist anzunehmen, daß ihn nur derjenige entheiligen könne, der ihn anbetet, nicht aber derjenige, der ihn nicht anbetet.
ד מיתיבי ישראל שמצא עבודת כוכבים בשוק עד שלא באתה לידו אומר לעובד כוכבים ומבטלה משבאתה לידו אינו אומר לעובד כוכבים ומבטלה מפני שאמרו עובד כוכבים מבטל עבודת כוכבים שלו ושל חבירו בין עובדה ובין שאין עובדה
4 Man wandte gegen ihn ein: Wenn ein Jisraélit einen Götzen auf der Straße findet, so kann er, solange er sich noch nicht in seiner Hand befindet, einen Nichtjuden ihn zu entheiligen auffordern, befindet er sich aber bereits in seiner Hand, so kann er nicht mehr einen Nichtjuden ihn zu entheiligen auffordern, weil sie gesagt haben, ein Nichtjude könne seinen Götzen und den Götzen seines Nächsten entheiligen, einerlei ob er ihn anbetet oder nicht.
ה מאי עובדה ומאי שאינו עובדה אילימא אידי ואידי עובד כוכבים היינו שלו ושל חבירו אלא לאו עובדה עובד כוכבים ומאי שאינו עובדה גר תושב וש"מ גר תושב נמי מבטל
5 Was ist nun unter ‘anbetet’ und ‘nicht anbetet’ zu verstehen, wollte man sagen, in beiden Fällen ein Nichtjude, so ist dies ja identisch mit: seinen [Götzen] und den seines Nächsten; wahrscheinlich ist unter einem, der ihn anbetet, ein Nichtjude, und unter einem, der ihn nicht anbetet, ein Beisaßproselyt zu verstehen. Hieraus ist also zu entnehmen, daß ihn auch ein Beisaßproselyt entheiligen könne!? –
ו לא לעולם אימא לך אידי ואידי עובד כוכבים ודקאמרת היינו שלו ושל חבירו רישא זה וזה לפעור וזה וזה למרקוליס סיפא זה לפעור וזה למרקוליס
6 Nein, tatsächlich, kann ich dir erwidern, ist unter beiden ein Nichtjude zu verstehen, wenn du aber einwendest, dies sei identisch mit: seinen [Götzen] und den seines Nächsten, [so ist zu erwidern,] eines, wenn beide den Peo͑r oder beide den Merkurius anbeten, und eines, wenn einer den Peo͑r und einer den Merkurius anbetet.
ז מיתיבי איזהו גר תושב כל שקיבל עליו בפני ג' חברים שלא לעבוד עבודת כוכבים דברי ר"מ
7 Man wandte ferner ein: Wer ist ein Beisaßproselyt? Der vor drei Genossen auf sich genommen hat, keine Götzen anzubeten – so R. Meír.
ח וחכ"א כל שקיבל עליו שבע מצות שקבלו עליהם בני נח
8 Die Weisen sagen, wenn er auf sich genommen hat, die sieben Gebote, die die Noaḥiden auf sich genommen haben, zu halten.
ט אחרים אומרים אלו לא באו לכלל גר תושב אלא איזהו גר תושב זה גר אוכל נבילות שקבל עליו לקיים כל מצות האמורות בתורה חוץ מאיסור נבילות
9 Manche sagen, auch dieser ist noch kein Beisaßproselyt, Beisaßproselyt ist vielmehr derjenige Proselyt, der zwar Aas ißt, jedoch auf sich genommen hat, alle in der Tora genannten Gebote zu halten, mit Ausnahme vom Verbote des Aases.
י מייחדין אצלו יין ואין מפקידין אצלו יין ואפי' בעיר שרובה ישראל אבל מייחדין אצלו יין ואפי' בעיר שרובה עובדי כוכבים שמנו כיינו
10 Man darf bei ihm Wein zurücklassen, nicht aber ihm zur Verwahrung geben, selbst in einer Stadt, die überwiegend aus Jisraéliten besteht; zurücklassen darf man ihn jedoch bei ihm selbst in einer Stadt, die überwiegend aus Nichtjuden besteht. Sein Öl gleicht seinem Weine. –
יא שמנו כיינו ס"ד שמן מי קא הוי יין נסך אלא יינו כשמנו
11 ‘Sein Öl gleicht seinem Weine,’ wie kommst du darauf, das Öl kann ja nicht libiert werden!? – Vielmehr, sein Wein gleicht seinem Öl.
יב ולשאר כל דבר הרי הוא כעובד כוכבים רבן שמעון אומר יינו יין נסך ואמרי לה מותר בשתיה
12 In jeder anderen Hinsicht gleicht er einem Nichtjuden. R. Šimo͑n sagt, sein Wein ist Libationswein. Manche sagen, er ist sogar zum Trinken erlaubt.
יג קתני מיהא ולשאר כל דבריו הרי הוא כעובד כוכבים למאי הלכתא לאו דמבטל עבודת כוכבים כעובד כוכבים אר"נ בר יצחק לא ליתן רשות ולבטל רשות
13 Hier heißt es also, er gleiche in jeder anderen Hinsicht einem Nichtjuden, doch wohl insofern, als er gleich einem Nichtjuden einen Götzen entheiligen kann!? R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Nein, hinsichtlich der Abtretung und der Aufgabe seines Besitzrechtes.
יד וכדתניא ישראל מומר משמר שבתו בשוק מבטל רשות שאין משמר שבתו בשוק אין מבטל רשות מפני שאמרו ישראל נותן רשות ומבטל רשות
14 Es wird nämlich gelehrt: Ein abtrünniger Jisraélit, der auf der Straße den Šabbath beobachtet, kann sein Besitzrecht aufgeben, der auf der Straße den Šabbath nicht beobachtet, kann sein Besitzrecht nicht aufgeben. Sie sagten nämlich, ein Jisraélit könne [am Šabbath] sein Besitzrecht abtreten und sein Besitzrecht aufgeben,
טו ובעובד כוכבים עד שישכור כיצד אומר לו רשותי קנויה לך רשותי מבוטלת לך קנה ואין צריך לזכות
15 ein Nichtjude aber nur dann, wenn er vermietet. – Auf welche Weise? – Er spreche zu ihm: Mein Gebiet sei dir abgetreten; mein Gebiet sei zu deinen Gunsten aufgegeben. Dieser eignet ihn dann, ohne einer Übereignung zu benötigen.
טז רב יהודה שדר ליה קורבנא
16 Einst sandte R. Jehuda ein Geschenk